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Groundhopping in Deutschland: alle 36 Stadien beider Bundesligen

Stehplätze, volles Bier auf dem Rang und ein Ticket, das im Nahverkehr gilt. Die einzige Hürde ist eine Warteschlange — so funktioniert sie bei allen 36 Stadien.

8 Min. Lesezeit Fakten zuletzt geprüft am 29.08.2026
Kurz gefasst. Diese Seite ist für Besucher gedacht, die alle 36 Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga sammeln wollen — und für alle, die wissen möchten, wie deutsche Ticketvergabe von außen aussieht. Stehplätze, volles Bier auf dem Rang und ein Spielticket, das im Nahverkehr gilt, sind hier selbstverständlich. Aus dem Ausland betrachtet sind sie das nicht.

Die Hürde ist eine Warteschlange, kein Dokument

Jedes Land dieser Serie hat eine Sache zwischen Besucher und Platz. In Polen ist es eine Personenkennziffer, die man nicht hat. In Tschechien gar nichts. In England Preis und Trennung. In Deutschland ist es eine Warteschlange, und sie funktioniert bei allen sechsunddreißig Stadien gleich:

  1. Dauerkarteninhaber zuerst.
  2. Vereinsmitglieder im nächsten Fenster — und deutsche Vereine haben Mitglieder in Zehn- oder Hunderttausenden.
  3. Freier Verkauf einige Wochen vor dem Spiel, für alle.

Kein Ausweis wird verlangt, keine Fankarte existiert, niemand fragt nach der Herkunft. Was man braucht, ist das Verkaufsdatum. Auf der Vereinsseite suchen, in den Kalender eintragen, pünktlich am Rechner sitzen. Diese eine Gewohnheit entscheidet darüber, ob man deutsche Stadien sammelt oder darüber liest.

Vier Dinge, die in jedem deutschen Stadion gelten

  • Stehplätze. Deutschland behielt seine Kurven, als England die seinen abriss. Dortmunds Südtribüne fasst rund 25.000 Stehplätze — die größte Stehkurve im europäischen Fußball — und selbst mittelgroße Vereine halten mehrere Tausend. Stehtickets sind billiger und lauter.
  • Trinken in Sichtweite des Spielfelds. Volles Bier, in der Hand, auf dem Platz. Bezahlt wird per Stadionkarte: aufladen, hinterher auszahlen lassen. Auf Becher liegt Pfand.
  • Das Spielticket ist ein Fahrschein. Bei fast jedem deutschen Stadion gilt es am Spieltag im Nahverkehr, hin und zurück.
  • 50+1. Die Mitglieder halten die Kontrolle, mit engen schriftlichen Ausnahmen. Deshalb sind Tickets billig und deshalb verhält sich das Publikum, als gehöre ihm der Verein.

Wo die Tickets tatsächlich sind

Beide Ligen zusammen zu betrachten legt ein Muster frei, das niemand erwartet. Die am einfachsten zugänglichen großen Stadien stehen in der zweiten Liga — weil sie für größere Vereine gebaut wurden, als heute darin spielen.

SchwierigkeitStadienWarum
Leicht Hertha BSC (74.500), 1. FC Nürnberg (50.000), Kaiserslautern (49.327), Hannover 96 (49.000), Wolfsburg, Hoffenheim Große Kapazität, zweite Liga oder geringe lokale Nachfrage. Hier anfangen.
Mittel Der Rest: Augsburg, Bochum, Bielefeld, Magdeburg, Dresden, Braunschweig, Mainz, Leverkusen Ein paar Wochen vorher zu bekommen.
Schwer SV Elversberg (10.000), SC Freiburg, FC St. Pauli, Union Berlin, Dortmunds Südtribüne Kleines Stadion, riesige Nachfrage, oder beides. Um das Verkaufsdatum herum planen.

Der Extremfall gehört klar gesagt: Elversberg spielt Bundesliga in einem Stadion für zehntausend, weil der Ausbau auf das Lizenzminimum erst im Frühjahr 2027 fertig wird. Das ist das schwierigste Ticket des Landes und der eigentümlichste Ground darin.

Drei Stadien mit Laufbahn

Fast alle deutschen Stadien sind reine Fußballstadien. Drei nicht, und das ändert, wo man sitzen sollte: Berlins Olympiastadion, Nürnbergs Max-Morlock-Stadion und Braunschweigs Eintracht-Stadion — letzteres eines der letzten im deutschen Profifußball.

Der Rat ist bei allen dreien identisch: Seitentribüne nehmen und eher höher als tiefer sitzen. Hinter den Toren liegen Laufbahn und Wurfanlage zwischen dir und dem Spiel.

Die Bundesliga: alle 18 Stadien

VereinStadionKapazität
Borussia DortmundSignal Iduna Park81.365
Bayern MünchenAllianz Arena75.000
Schalke 04Veltins-Arena62.271
VfB StuttgartMHPArena60.000
Eintracht FrankfurtDeutsche Bank Park59.500
Hamburger SVVolksparkstadion57.000
Borussia MönchengladbachBorussia-Park54.000
1. FC KölnRheinEnergieStadion49.700
RB LeipzigRed Bull Arena47.800
Werder BremenWeserstadion42.000
SC FreiburgEuropa-Park Stadion34.700
Mainz 05MEWA Arena34.034
FC AugsburgWWK Arena30.660
Bayer LeverkusenBayArena30.200
TSG HoffenheimPreZero Arena30.150
Union BerlinAn der Alten Försterei22.012
SC PaderbornHome Deluxe Arena15.000
SV ElversbergUrsapharm-Arena an der Kaiserlinde10.000

Die 2. Bundesliga: alle 18 Stadien

Kein Trostpflaster. Hier steht das größte Stadion, das irgendeine zweite Liga Europas aufbietet, dazu mehrere frühere Meister und die beiden Vereine mit den höchsten Stehplatzanteilen des Landes.

VereinStadionKapazität
Hertha BSCOlympiastadion74.500
1. FC NürnbergMax-Morlock-Stadion50.000
1. FC KaiserslauternFritz-Walter-Stadion49.327
Hannover 96Niedersachsenstadion49.000
Karlsruher SCBBBank Wildpark34.302
Dynamo DresdenRudolf-Harbig-Stadion32.249
1. FC MagdeburgAvnet Arena30.098
VfL WolfsburgVolkswagen Arena30.000
FC St. PauliMillerntor-Stadion29.546
VfL BochumVonovia Ruhrstadion27.600
Arminia BielefeldSchücoArena27.332
Eintracht BraunschweigEintracht-Stadion23.325
Energie CottbusStadion der Freundschaft22.528
SV Darmstadt 98Merck-Stadion am Böllenfalltor17.810
Greuther FürthSportpark Ronhof16.626
VfL OsnabrückStadion an der Bremer Brücke16.100
Holstein KielHolstein-Stadion15.034
1. FC HeidenheimVoith-Arena15.000

Hinweis: Die verlinkten Einzelguides zu den Stadien liegen derzeit auf Englisch vor. Die deutschen Fassungen entstehen nach und nach.

Fünf Wochenenden, die funktionieren

  • Das Ruhrgebiet — Dortmund, Schalke und Bochum liegen eine halbe Stunde auseinander, Mönchengladbach und Köln eine weitere. Die dichteste Fußballregion Europas; drei Stadien an einem Wochenende sind Routine.
  • Berlin — Herthas Olympiaschüssel für 74.500 im Westen und Unions Ground mit Holzstehplätzen im Wald von Köpenick. Zwei Vereine, zwei Jahrhunderte, eine Stadt.
  • Franken — Nürnberg und Fürth liegen zehn Kilometer auseinander, verbunden per U-Bahn. Die effizienteste Paarung Bayerns.
  • Hamburg — Volksparkstadion und Millerntor, zwanzig Minuten auseinander und so verschieden, wie zwei Stadien einer Stadt sein können. Kiel liegt eine Stunde nördlich.
  • Niedersachsen — Hannover, Braunschweig und Wolfsburg liegen jeweils eine halbe Stunde auseinander, Bielefeld und Osnabrück dicht dahinter.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Fankarte oder einen Ausweis?

Nein. Deutschland hat nichts, was dem polnischen PESEL-Problem entspricht. Was du brauchst, ist das Verkaufsdatum.

Gilt das Ticket wirklich in Bus und Bahn?

Bei fast jedem deutschen Stadion ja, im Nahverkehr am Spieltag. Die genaue Zone steht auf der Vereinsseite.

Wohin für den ersten Besuch?

Dortmund wegen der Südtribüne, Union Berlin wegen der Stimmung, Hertha oder Nürnberg für ein großes Stadion ohne Kampf. Freiburg und St. Pauli nur mit ordentlicher Planung.

Welche Stadien lohnen einen Umweg?

Elversberg, solange es zehntausend fasst. Union Berlin, das die Mitglieder selbst umgebaut haben. Dortmunds Südtribüne. Und Freiburg, wo 6.200 Solarmodule den gesamten Strombedarf des Stadions decken.

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