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Stadionguide

Eintracht Frankfurt: Stadionführer für das Waldstadion

Ein Stadion mitten im Stadtwald und ein Gästeblock, der auf beiden Rängen an Schienen steht. Rund 2.500 Plätze, und der Flughafen ist eine kurze Zugfahrt entfernt.

6 Min. Lesezeit Fakten zuletzt geprüft am 30.08.2026
Kurz gefasst. Eintracht Frankfurt spielt im Deutsche Bank Park — dem Waldstadion, und alle sagen weiterhin so — Kapazität 59.500, mitten im Stadtwald im Süden der Stadt. Die Nordwestkurve ist durchgehend mit Schienen für sicheres Stehen ausgestattet und der lauteste Teil des Stadions. Der Gästeblock ebenfalls: Er steht vollständig, weshalb Auswärtsfahrten hierher zu den besten in Europa zählen.
Das Waldstadion in Frankfurt aus der Luft: ein rundes Stadion mit dem Schriftzug Deutsche Bank Park auf dem Dach, flankiert von zwei hohen Betonflutlichttürmen, ringsum Wald bis zum Horizont
Das Waldstadion im Frankfurter Stadtwald. Die beiden Betontürme sind die alten Flutlichtmasten, beim Umbau erhalten. Foto von Patrik Meyer, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons.

Ein Stadion im Wald — und ein Gästeblock, der steht

Zwei Dinge unterscheiden dieses Stadion von den anderen deutschen dieser Serie.

Das erste ist die Lage. Das Waldstadion liegt im Frankfurter Stadtwald südlich des Mains, und man kommt durch Bäume an und nicht über Parkplätze. Für ein Stadion, das eine europäische Bankenhauptstadt bedient, ist das eine überraschende Ankunft.

Das zweite zählt für alle, die zur Unterstützung ihrer Mannschaft anreisen. Der komplette Gästebereich ist mit Schienen ausgerüstet — beide Ränge. Ein typisches Kontingent liegt bei rund 2.500 Plätzen, verteilt auf die Blöcke 18–21 unten und 17–21 oben in der Ostkurve. Durchgehend stehend, an Schienen, in einem richtigen Block: die deutsche Auswärtsfahrt in ihrer besten Form, und in weiten Teilen Europas schlicht nicht vorhanden.

Der eigene Anhang der Eintracht hat einen entsprechenden Ruf. Bei den jüngeren Europapokalfahrten brachte der Verein so außergewöhnlich viele Menschen mit, dass in mehreren Städten der Auswärtsanhang selbst zur Geschichte wurde.

Tickets

Das deutsche Muster wie überall: keine Karte vorzuzeigen, keine Nummer anzugeben, aber eine Schlange. Erst Dauerkarteninhaber, dann Mitglieder, dann freier Verkauf, typischerweise einige Wochen vor der Partie. Über die offiziellen Kanäle des Vereins kaufen.

Knapp sechzigtausend Plätze nehmen viel Nachfrage auf, gewöhnliche Ligaspiele sind häufig zu bekommen. Europäische Abende und Partien gegen Bayern oder Dortmund sind eine andere Sache.

Wie bei jedem deutschen Stadion: bewusst zwischen Steh- und Sitzplatz entscheiden. Die Stehbereiche sind billiger, und dort ist der Lärm.

Anreise

  • Mit der S-Bahn: mehrere Linien fahren zur Station Stadion, von dort ein kurzer Weg durch den Wald. Am Spieltag der richtige Weg.
  • Mit der Straßenbahn: Linien führen aus der Stadt Richtung Stadtwald.
  • Mit dem Flugzeug: Der Frankfurter Flughafen ist einer der größten Knoten Europas und liegt eine kurze Zugfahrt von der Innenstadt entfernt — womit dies das aus dem Ausland am leichtesten erreichbare Stadion des Landes ist.

Die Eintrittskarte gilt am Spieltag im Nahverkehr der Tarifzone, wie im deutschen Fußball üblich: Das Ticket ist der Fahrschein.

Das Stadion

An dieser Stelle steht seit den Zwanzigern ein Stadion. Der heutige Bau stammt aus dem vollständigen Umbau Mitte der 2000er zur Weltmeisterschaft, mit einem schließbaren Dach über der Mitte und vier überdachten Tribünen für 59.500 Zuschauer bei Ligaspielen.

Der kommerzielle Name wechselt mit dem Sponsor, und die Stadt ignoriert ihn. Wer Waldstadion hört, meint dieses hier.

Essen und Trinken im Stadion

Bratwurst, Currywurst, Brezeln und Bier in voller Stärke — und in dieser Stadt Apfelwein, der auch im Stadion ausgeschenkt wird und nicht nur in den Wirtschaften.

Bezahlt wird mit der Stadionkarte: bei der Ankunft am Kiosk aufladen, danach das Restguthaben auszahlen lassen. Auf Bechern liegt Pfand.

Frankfurt vor dem Spiel

Der Römer in Frankfurt: drei rosarote Rathausgiebelhäuser mit kleinem Glockentürmchen, Fahnen über dem Laubengang, Cafétische auf dem Kopfsteinpflaster und rechts am Bildrand ein moderner Glasturm
Der Römer am Römerberg — nach dem Krieg wiederaufgebaut, die Bankentürme ein paar Straßen weiter. Foto von Thomas Wolf, CC BY-SA 3.0 DE, über Wikimedia Commons.

Was man sich ansehen kann

Frankfurt gilt auswärts als Stadt der Banken und des Flughafens. Der Ruf ist berechtigt und unvollständig:

  • Der Römerberg — der alte Platz mit den Staffelgiebeln des Römers. Die rekonstruierte Neue Altstadt daneben, 2018 eröffnet, ist eine ernstzunehmende Auseinandersetzung darüber, wie man eine zerstörte Stadt wiederaufbaut.
  • Das Museumsufer — die Museumsreihe am Südufer des Mains, darunter das Städel, eine der besten Kunstsammlungen des Landes.
  • Der Main Tower — öffentliche Aussichtsplattform in zweihundert Metern Höhe, und die einzige Möglichkeit, die Skyline von innen zu sehen.
  • Sachsenhausen — das alte Viertel südlich des Flusses und die Heimat der Apfelweinwirtschaften.

Was man essen und trinken kann

  • Grüne Soße — aus sieben Kräutern, mit Eiern und Kartoffeln. Das Gericht, mit dem sich die Stadt identifiziert.
  • Handkäs mit Musik — der Sauermilchkäse mit Zwiebeln und Essig. Die Musik sind die Zwiebeln, und der Witz ist, was sie später anrichten.
  • ApfelweinEbbelwoi. Aus dem Bembel ins gerippte Glas, in Sachsenhausen.
  • Frankfurter Würstchen — das Original, dünn und geräuchert, und nicht das, was das Wort anderswo bedeutet.

Häufige Fragen

Ist das ein gutes Auswärtsspiel?

Eines der besten in Europa. Der gesamte Gästebereich steht an Schienen, das Kontingent ist beträchtlich, und das Stadion ist von überall her leicht zu erreichen.

Wie leicht ist ein Ticket?

Leichter als bei Bayern, Dortmund oder Union — knapp sechzigtausend Plätze nehmen viel Nachfrage auf. Nicht leicht bei einem Europapokalabend oder einem Besuch der beiden Großen. Den Verkaufstermin beobachten und an dem Tag kaufen.

Wie heißt das Stadion nun wirklich?

Offiziell trägt es einen Sponsorennamen, der schon gewechselt hat. Alle sagen Waldstadion. Beides wird verstanden.

Was lässt sich am selben Wochenende kombinieren?

Mainz liegt eine gute halbe Stunde entfernt, Darmstadt zwanzig Minuten, Hoffenheim und Heidenheim im weiteren Umkreis. Rhein-Main trägt zwei Stadien an einem Wochenende ohne Hektik.

Ein Stadion im Wald, mit einem Gästeblock, der vom ersten bis zum letzten Pfiff steht. Setz das Waldstadion auf deine Bucket List und behalte den Verkaufstermin im Auge.