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Stadionguide

Schalke 04: Stadionführer für die Veltins-Arena

Eine Nordkurve mit über 16.000 Stehplätzen, ein Rasen, der aus dem Gebäude fährt — und Dortmund eine halbe Stunde entfernt. 143.000 Plätze an einem Wochenende.

6 Min. Lesezeit Fakten zuletzt geprüft am 29.08.2026
Kurz gefasst. Schalke 04 spielt in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen, 62.271 Plätze bei Ligaspielen, mit schließbarem Dach und einem Rasen, der aus dem Gebäude herausfährt. Die Nordkurve fasst über 16.000 Stehplätze in einem einzigen Block. Schalke ist 2026/27 zurück in der Bundesliga, und der Dortmunder SIGNAL IDUNA PARK liegt eine halbe Stunde entfernt — das dichteste Paar großer Stadien in Europa.
Die Veltins-Arena aus der Luft mit geschlossenem Dach und der komplett aus dem Gebäude herausgefahrenen Spielfläche, die auf einer Fläche vor dem Stadion steht
Die Veltins-Arena mit geschlossenem Dach und dem Rasen vor dem Gebäude. Er fährt auf Schienen hinaus, damit das Gras Tageslicht bekommt. Foto von Arne Müseler, CC BY-SA 2.0, über Wikimedia Commons.

Zwei der größten Stadien Europas, eine halbe Stunde auseinander

Das Ruhrgebiet ist für den deutschen Fußball, was Oberschlesien für den polnischen ist: eine Kohle- und Stahlregion, in der die Städte ineinander übergehen und jede von ihnen einen Verein hat. Der Unterschied ist die Dimension. Dortmund fasst 81.365. Gelsenkirchen fasst 62.271. Dazwischen liegen rund fünfzig Kilometer und ein dichtes Nahverkehrsnetz, und zusammen bringen die beiden an einem Wochenende 143.000 Menschen in zwei Stadien.

Für Stadionsammler ist das die ergiebigste Region Europas. Quartier in Dortmund, Essen oder Bochum, und alles liegt eine kurze Zugfahrt entfernt: Schalke, Dortmund, Bochum, Duisburg, Essen und eine lange Liste kleinerer Vereine darunter.

Das Revierderby

Schalke gegen Dortmund ist eines der härtesten Spiele im europäischen Fußball — zwei Vereine aus demselben Kohlenrevier, fünfzig Kilometer auseinander, seit über hundert Jahren um dieselben Städte konkurrierend.

Zwei praktische Punkte. Die Nordkurve hebt ihre größten Choreographien für diese Partie auf, und die Stimmung ist die intensivste der Saison. Und Karten dafür erreichen den freien Verkauf praktisch nie — sie sind von Dauerkarteninhabern und Mitgliedern aufgenommen, lange bevor sich ein öffentliches Fenster öffnet. Auf ein gewöhnliches Spiel planen und das Derby als Zugabe behandeln, die man wahrscheinlich nicht bekommt.

Tickets

Das deutsche Muster: keine Karte vorzuzeigen, keine Nummer anzugeben — aber man steht hinten in der Schlange. Erst Dauerkarteninhaber, dann Mitglieder, dann freier Verkauf, typischerweise wenige Wochen vor dem Spiel. Beim Verein kaufen.

Zweiundsechzigtausend Plätze sind viel Kapazität, und Schalke ist ein Rückkehrer mit riesiger Mitgliedschaft. Gewöhnliche Partien sind zu bekommen, wenn man den Verkaufstermin im Blick hat. Dortmund, Bayern und das Derby nicht.

Eine Entscheidung gehört vor den Kauf: stehen oder sitzen. Die Nordkurve ist ein Stehbereich, und Stehplätze sind billiger. Wenn neunzig Minuten auf den Beinen in einer sechzehntausendköpfigen Menge der Zweck der Reise sind, gehört man dorthin. Wenn nicht, kauft man bewusst einen Sitzplatz.

Wo die Gästefans stehen

Gästefans sind in der Südostecke untergebracht, im Wesentlichen in den Blöcken V und W der Südkurve, mit weiteren Blöcken, wenn ein großer Auswärtsanhang erwartet wird.

Die Kontingente werden pro Spiel festgelegt — für die konkrete Partie prüfen. Wer aus dem Ausland kommt, sollte wissen, dass die deutschen Gästekontingente im europäischen Vergleich großzügig sind: Die Ligavorgaben verlangen einen erheblichen Anteil der Kapazität für Gästefans, und das ist einer der Gründe, warum sich Auswärtsfahrten in Deutschland überhaupt lohnen.

Das Stadion

Die Veltins-Arena wurde 2001 eröffnet und ist eines der technisch ehrgeizigsten Stadien Europas. Das Dach fährt zu. Der komplette Rasen fährt auf Schienen aus dem Gebäude, damit das Gras im Tageslicht wächst und der Innenraum für Konzerte genutzt werden kann, ohne ihn zu ruinieren. Über dem Mittelkreis hängt ein Videowürfel, und durch den Bau läuft eine mehrere Kilometer lange Bierleitung.

Nichts davon ist der Grund herzukommen. Der Grund ist die Nordkurve — ein einzelner Stehbereich, der mehr Menschen fasst als die meisten Stadien dieser Serie insgesamt, und der auf eine Weise laut ist, die sich nicht beschreiben, sondern nur erleben lässt.

Essen und Trinken im Stadion

Bratwurst und Currywurst vom Grill, Brezeln und Bier in voller Stärke — hier durch jene Leitung ausgeschenkt, die der Verein als die längste ihrer Art bezeichnet.

Bezahlt wird mit der Stadionkarte: beim Hineingehen am Kiosk aufladen, am Ende das Restguthaben auszahlen lassen. Auf Bechern liegt Pfand.

Das Ruhrgebiet vor dem Spiel

Der Förderturm der Zeche Zollverein in Essen, rot angestrahlt vor tiefblauem Abendhimmel, darunter das Wort Zollverein in gebrochener Schrift am Backsteingebäude
Die Zeche Zollverein in Essen — so gut gebaut, dass die UNESCO die gesamte Anlage aufgenommen hat. Foto von Thomas Wolf, CC BY-SA 3.0 DE, über Wikimedia Commons.

Was man sich ansehen kann

Das Revier hat dreißig Jahre lang tote Industrie in Sehenswürdigkeiten verwandelt und dabei fast alle anderen übertroffen:

  • Zeche Zollverein in Essen — Zeche und Kokerei von solcher architektonischer Qualität, dass die gesamte Anlage UNESCO-Welterbe ist. Das Gegenstück zu Dolní Vítkovice in Ostrava und zur Guido-Grube in Zabrze — und das eindrucksvollste der drei.
  • Nordsternpark in Gelsenkirchen selbst — eine ehemalige Zeche als Park, mit einem kolossalen Herkules auf dem Förderturm.
  • Die Halden — Abraumhalden, die zu Hügeln modelliert und mit Skulpturen und Aussichtsplattformen bekrönt wurden. Am bekanntesten sind der Tetraeder in Bottrop und das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward.
  • Gasometer Oberhausen — ein hundert Meter hoher Gasspeicher als Ausstellungshalle, mit Aufzug aufs Dach.

Was man essen und trinken kann

  • Currywurst mit Pommes — das Grundnahrungsmittel. Über die beste Bude streiten alle anderen auch.
  • Grünkohl mit Mettwurst — im Winter.
  • Pils — hier ist Pilsland und nicht Weißbierland, und die regionalen Marken werden ernst genommen.
  • Pommes rot-weiß — wer es so bestellt, klingt, als wäre er schon einmal da gewesen.

Häufige Fragen

Kann ich Schalke und Dortmund an einem Wochenende schaffen?

Wenn der Spielplan es hergibt, mühelos — eine halbe Stunde mit dem Zug. Nach reiner Kapazität das beste Doppel, das es in Europa gibt.

Bekomme ich eine Derbykarte?

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Sie erreicht den freien Verkauf nicht. Um eine normale Partie herum planen.

Wo soll ich übernachten?

Irgendwo am Nahverkehrsnetz — Essen, Bochum und Dortmund funktionieren alle. Das Revier ist ein durchgehender Ballungsraum und die Züge fahren dicht, die Wahl geht also nach Hotelpreis und nicht nach Lage. Die Eintrittskarte gilt am Spieltag üblicherweise im Nahverkehr, womit ein paar Städte Entfernung nichts extra kostet.

Ein Stehbereich für sechzehntausend — und ein Stadion für einundachtzigtausend eine halbe Stunde entfernt. Setz die Veltins-Arena auf deine Bucket List und sieh nach, ob Dortmund am selben Wochenende zu Hause spielt.