Mainz 05: Stadionführer für die MEWA Arena
Über vierzehntausend Stehplätze, zwanzig Minuten vom Frankfurter Flughafen — und der Verein, der Klopp, Tuchel und Nagelsmann hervorbrachte.
Der Verein, der immer wieder Trainer fand
Es gibt im europäischen Fußball nichts ganz Vergleichbares. Mainz war nie deutscher Meister und hat einen großen Teil seiner Geschichte in der zweiten Liga verbracht. Und trotzdem:
- Jürgen Klopp spielte hier elf Jahre, trainierte den Verein dann sieben und ging anschließend nach Dortmund und Liverpool.
- Thomas Tuchel folgte ihm und ging danach nach Dortmund, Paris, Chelsea und München.
- Julian Nagelsmann kam als Trainer aus dem Nachwuchsbereich des Vereins, vor Hoffenheim, Leipzig, Bayern und der Nationalmannschaft.
Drei Trainer, die zusammen Champions League, Premier League, Bundesliga und fast alles andere gewonnen haben, alle geformt bei einem Verein aus einer Stadt mit zweihunderttausend Einwohnern. Mainz gilt als klug geführt mit sehr wenig Geld, und das hier ist der Beleg.
Anreise
- Mit dem Zug: Mainz Römisches Theater liegt nah, und aus Teilen der Stadt ist das Stadion auch zu Fuß erreichbar.
- Aus Frankfurt: rund vierzig Minuten mit dem Zug, und der Frankfurter Flughafen liegt etwa zwanzig Minuten entfernt — einer der größten Knoten Europas. Für Anreisende aus dem Ausland eines der am besten erreichbaren Stadien des Landes.
- Ticket und Nahverkehr: wie bei den meisten deutschen Stadien gilt die Eintrittskarte am Spieltag im Nahverkehr.
Tickets
Das deutsche Muster: kein Dokument verlangt, aber eine Schlange hinter Dauerkarteninhabern und Mitgliedern, freier Verkauf einige Wochen vor der Partie. Beim Verein kaufen.
Mainz ist ein mittelgroßer Verein mit einem passenden Stadion, und gewöhnliche Partien sind mit Planung meist zu bekommen. Bayern und Dortmund nicht.
Den Stehplatzanteil beachten. Vierzehntausend der vierunddreißigtausend Plätze sind Stehbereiche — ein hoher Anteil — also bewusst entscheiden. Stehplätze sind billiger und deutlich lauter.
Wo die Gästefans stehen
Gästefans haben einen eigenen Bereich mit dem Kontingent, das die Ligavorgaben verlangen, und ein Teil davon steht. Die Regelung wird pro Spiel festgelegt — für die eigene Partie prüfen. Neutrale nehmen eine Seitentribüne.
Das Stadion
Die MEWA Arena wurde 2011 eröffnet und ersetzte das Bruchwegstadion, ein enges altes Stadion mitten in der Stadt, in dem Mainz achtzig Jahre gespielt hat und in dem die Klopp-Zeit stattfand. Der neue Bau ist ein geschlossener Kessel für vierunddreißigtausend Zuschauer mit einem großen Stehbereich hinter einem Tor.
Wie mehrere deutsche Stadien trägt er eine große Solaranlage, und wie alle hat er den kommerziellen Namen mehr als einmal gewechselt — in Quellen unterschiedlichen Alters findet man ihn als Coface Arena und Opel Arena. Derselbe Bau.
Was den Besuch hebt, ist das Publikum. Der Mainzer Anhang hat den Ruf einer Gutgelauntheit, die Ergebnisse überlebt, und das hängt mit dem nächsten Abschnitt zusammen.
Essen und Trinken im Stadion
Bratwurst, Currywurst, Brezeln, Bier in voller Stärke — und weil dies Rheinhessen ist, Wein, der mindestens ebenso ernst genommen wird.
Bezahlt wird mit der Stadionkarte: bei der Ankunft aufladen, danach auszahlen lassen. Auf Bechern liegt Pfand.
Mainz vor dem Spiel
Was man sich ansehen kann
Mainz ist römisch, dann erzbischöflich, dann napoleonisch, und es trägt alles davon:
- Das Gutenberg-Museum — Johannes Gutenberg wurde hier geboren und erfand in dieser Stadt in den 1440er Jahren den Druck mit beweglichen Lettern. Das Museum besitzt originale Gutenberg-Bibeln. Vor dem Gegenstand zu stehen, mit dem die Massenalphabetisierung begann, ist zwanzig Minuten wert.
- Der Dom — tausendjährig, roter Sandstein, mitten auf dem Markt, einer der drei Kaiserdome am Rhein.
- Die Chagall-Fenster in St. Stephan — Marc Chagall schuf mit über achtzig Jahren neun blaue Fenster für diese Kirche, als Geste jüdisch-deutscher Versöhnung. Das Licht drinnen ist außergewöhnlich, und der Eintritt ist frei.
- Das Museum für Antike Schifffahrt — die Reste spätrömischer Kriegsschiffe aus dem Rheinschlick, in einem kleinen Haus, an dem die meisten vorbeigehen.
Terminhinweis: Mainz ist neben Köln und Düsseldorf eine der drei großen Fastnachtsstädte. In der Woche vor Aschermittwoch hört die Stadt auf, eine Stadt zu sein, und wird ein Umzug. Bewusst hinein oder bewusst darum herum planen.
Was man essen und trinken kann
- Handkäs mit Musik — wie im nahen Frankfurt sind die Zwiebeln die Musik.
- Spundekäs — die aufgeschlagene Käsecreme mit Paprika, zu Brezeln und Wein. Die ist wirklich von hier.
- Weck, Worscht un Woi — die Mainzer Formel für einen guten Abend und faktisch das Motto der Stadt.
- Rheinhessischer Wein — das größte Weinanbaugebiet Deutschlands beginnt an der Stadtgrenze. Riesling und Silvaner, in einer Weinstube.
Häufige Fragen
Stehen oder sitzen?
Stehen, wenn möglich. Vierzehntausend der Plätze sind Stehbereiche, ein sehr hoher Anteil für ein Stadion dieser Größe.
Wie leicht ist die Anreise?
Sehr leicht. Der Frankfurter Flughafen liegt zwanzig Minuten entfernt, was dies zu einem der einfachsten deutschen Stadien für Anreisende aus dem Ausland macht.
Warum ist Mainz so gut darin, Trainer zu finden?
Weil ein Verein ohne Geld es sein muss. Mainz kann niemanden überbieten und hat deshalb zwei Jahrzehnte lang Trainer früh erkannt, ihnen Zeit gegeben und akzeptiert, dass die guten gehen. Das ist eine bewusste Strategie und kein Glück, und andere kleine Vereine in Europa haben es seither kopiert.
Lässt sich das mit Frankfurt kombinieren?
Mühelos — vierzig Minuten. Wenn beide an einem Wochenende zu Hause spielen, sind das zwei Bundesligastadien und ein Hotel.
Vierzehntausend Stehplätze, zwanzig Minuten von einem großen Flughafen, bei dem Verein, der drei der größten Trainer Europas hervorgebracht hat. Setz die MEWA Arena auf deine Bucket List und sieh nach, ob Frankfurt am selben Wochenende spielt.
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