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Stadionguide

Eintracht Braunschweig: Stadionführer für das Eintracht-Stadion

Eines der letzten Stadien mit Laufbahn, eine vergessene Meisterschaft — und der 24. März 1973, an dem der deutsche Fußball anfing, Trikots zu verkaufen.

8 Min. Lesezeit Fakten zuletzt geprüft am 31.08.2026
Kurz gefasst. Eintracht Braunschweig spielt im Eintracht-Stadion, 23.325 Plätze für Fußball, und es ist eines der letzten Stadien im deutschen Profifußball mit Laufbahn. 1966/67 wurde der Verein deutscher Meister. Folgenreicher war der 24. März 1973: Da lief er als erster Verein des deutschen Fußballs mit einem Sponsorenlogo auf dem Trikot auf — und jeder kommerzielle Name in dieser Serie stammt von diesem Nachmittag ab.
Weites Panorama im Eintracht-Stadion während eines Leichtathletikmeetings: eine blaue Laufbahn um den grünen Innenraum, Hürden und Wurfgeräte auf dem Rasen, ringsum besetzte Ränge
Das Eintracht-Stadion für Leichtathletik hergerichtet — womit genau das zu sehen ist, was ein Fußballbesucher wissen muss: die blaue Bahn zwischen Rang und Spielfeld. Es ist eines der letzten Stadien im deutschen Profifußball, das noch eine hat. Foto von Kassandro, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons.

Der Nachmittag, an dem der deutsche Fußball anfing, Werbeflächen zu verkaufen

Diese Serie hat viele Zeilen auf Stadionnamen verwendet. Bochums Stadion hatte sechs. Stuttgart wechselte, während die Fotos noch aktuell waren. St. Pauli hat den Verkauf förmlich ausgeschlossen. Jede dieser Auseinandersetzungen beginnt hier.

1973 wollte Eintracht Braunschweig den Jägermeister-Hirsch auf die Trikots bringen. Trikotwerbung war nicht erlaubt. Der Verein argumentierte, der Hirsch sei keine Werbung, sondern das neue Vereinsemblem, und nach einigem Streit lief die Mannschaft am 24. März 1973 gegen Schalke 04 damit auf. Es war das erste Bundesligaspiel mit einem Sponsor auf dem Trikot.

Es ging weiter: 1983 wollte sich der Verein in Jägermeister Braunschweig umbenennen, was der DFB ablehnte. Das Sponsoring selbst lief bis 1987.

Fünfzig Jahre später trägt jeder Verein einen Sponsor, die meisten Stadien heißen nach einem, und das praktische Problem für Besucher — herauszufinden, von welchem Stadion ein älterer Artikel spricht — führt direkt auf einen kleinen niedersächsischen Verein zurück, der entschied, ein Hirschkopf sei ein Wappen.

Die Meisterschaft, an die sich niemand erinnert

Braunschweig war 1966/67 deutscher Meister und kassierte dabei nur siebenundzwanzig Gegentore — ein Bundesligarekord, der bis Werder Bremen 1988 hielt.

Es ist eine der gründlichsten vergessenen Meisterschaften des deutschen Fußballs, und das ist Teil dessen, was einen Besuch interessant macht. Ein Verein mit einem Titel, einem Meilenstein der Kommerzgeschichte des Sports — und einem Dauerplatz in der zweiten Liga.

Anreise

  • Mit der Straßenbahn: das Stadion wird direkt aus der Innenstadt bedient, kurze Fahrt.
  • Mit dem Zug: Braunschweig Hauptbahnhof ist gut angebunden; Hannover liegt eine halbe Stunde entfernt.
  • Kombination: Hannover und Wolfsburg liegen beide nah genug für ein Zwei-Stadien-Wochenende — wobei man den Hinweis zu Hannover weiter unten lesen sollte, bevor man das Derby plant.
  • Ticket und Nahverkehr: wie bei den meisten deutschen Stadien gilt die Eintrittskarte am Spieltag im Nahverkehr.

Tickets

Das deutsche Muster: kein Dokument verlangt, erst Dauerkarteninhaber und Mitglieder, freier Verkauf einige Wochen vorher. Beim Verein kaufen.

Dreiundzwanzigtausend Plätze und ein solider Anhang machen gewöhnliche Partien mittelschwer erreichbar. Die Ausnahme ist Hannover, und es ist eine erhebliche.

Wo die Gästefans stehen

Gästefans bekommen einen eigenen Bereich mit dem Kontingent, das die Ligavorgaben verlangen, ein Teil davon Stehplätze. Die Regelung wird pro Spiel festgelegt, also für die eigene Partie prüfen — und das Derby wird in einer anderen Größenordnung begleitet als alles andere hier.

Neutrale nehmen eine Seitentribüne.

Das Niedersachsenderby

Braunschweig gegen Hannover 96 ist eines der härtesten Spiele des Landes und erheblich unangenehmer, als sein Ruf im Ausland vermuten lässt. Eine halbe Stunde zwischen den Städten, und die Rivalität ist alt, tief und nicht im Geringsten ironisch.

Praktisch: Die Partie erreicht den freien Verkauf nicht in nennenswerter Menge, sie ist mit schweren Auflagen verbunden, und für einen entspannten ersten Besuch ist sie die falsche Wahl. Jedes andere Heimspiel ist die richtige.

Das Stadion — und die Laufbahn

Die wichtigste praktische Tatsache für einen Besuch: Das Eintracht-Stadion hat eine Leichtathletikbahn. Es ist eines der allerletzten im deutschen Profifußball, und sie wird weiterhin für Meetings genutzt.

Damit gehört Braunschweig in den kleinen unangenehmen Klub dieser Serie mit dem Berliner Olympiastadion, Nürnberg und Baník Ostrava, und der Rat ist bei allen vieren derselbe: Seitentribüne, und eher hoch als tief. Hinter den Toren liegen Laufbahn und Wurfanlage zwischen einem und dem Fußball.

Die Kapazität beträgt insgesamt 24.406 und 23.325 für Fußball; die Haupttribüne wurde zwischen 2011 und 2013 modernisiert. Vom architektonischen Interesse Berlins hat der Bau nichts, und er tut auch nicht so.

Was er hat, ist ein Publikum, das in Zahlen erscheint, die eine Viertelmillionenstadt in der zweiten Liga nicht hergeben müsste — und das über eine Laufbahn hinweg, was eine echte Leistung ist.

Essen und Trinken im Stadion

Niedersächsische Verpflegung: Bratwurst, Currywurst und Pils in voller Stärke. Nach Braunschweiger Mumme fragen — dem dunklen, süßen Malzextrakt, der hier seit dem Mittelalter gebraut, historisch in alle Welt verschifft und heute häufiger als Würzmittel denn als Getränk verwendet wird.

Bezahlt wird mit der Stadionkarte: bei der Ankunft aufladen, danach auszahlen lassen. Auf Bechern liegt Pfand.

Braunschweig vor dem Spiel

Der Braunschweiger Löwe auf dem Burgplatz: ein dunkler Bronzelöwe mit geöffnetem Maul auf hohem hellem Steinsockel auf gepflastertem Platz, dahinter reich geschnitzte Fachwerkhäuser mit steilen roten Ziegeldächern
Der Burglöwe auf dem Burgplatz, um 1166 für Heinrich den Löwen gegossen und eine der ältesten freistehenden Skulpturen nördlich der Alpen. Dies ist eine Kopie; das Original steht in der Burg. Foto von JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons.

Was man sich ansehen kann

Braunschweig war eine der wichtigsten Städte des mittelalterlichen Deutschlands und wurde sehr schwer bombardiert. Was übrig blieb, ist einen Nachmittag wert:

  • Burgplatz und Burglöwe — der Bronzelöwe, um 1166 für Heinrich den Löwen gegossen, den Herzog, der diese Stadt zu seiner Residenz machte. Eine der ältesten freistehenden Skulpturen nördlich der Alpen; die auf dem Platz ist eine Kopie, das Original steht in der Burg.
  • Der Dom — Heinrichs Kirche, mit seinem Grab und Wandmalereien des zwölften Jahrhunderts.
  • Burg Dankwarderode — der rekonstruierte Herzogssaal am selben Platz, mit dem originalen Löwen.
  • Das Magniviertel — das erhaltene Fachwerkviertel, und der Ort zum Essen.

Was man essen und trinken kann

  • Braunschweiger — die geräucherte Streichwurst, die den Namen der Stadt in die Welt trägt, meist auf dunklem Brot.
  • Grünkohl mit Bregenwurst — der niedersächsische Winterteller, zwischen November und Februar sehr ernst genommen.
  • Braunschweiger Mumme — das mittelalterliche Malzextrakt, heute so oft in Lebkuchen und Soßen wie im Glas.
  • Jägermeister — seit 1934 in dieser Stadt gebrannt, und der Grund, warum der Verein in den Geschichtsbüchern steht. Einer ist Tradition. Zwei sind eine Entscheidung.

Häufige Fragen

War das wirklich der erste Trikotsponsor im Fußball?

Der erste im deutschen Ligafußball, am 24. März 1973, und der Fall, der allen anderen die Tür öffnete. Für den weltweit ersten gibt es in anderen Ländern eigene Anwärter; die deutsche Geschichte beginnt hier.

Welche Partie sollte ich für einen ersten Besuch meiden?

Hannover. Alles andere macht den Tag unkompliziert.

Schaffe ich zwei Stadien an einem Wochenende?

Ja — Wolfsburg liegt nah, Hannover eine halbe Stunde, Magdeburg im Osten in Reichweite. Diese Ecke Deutschlands ist dichter, als sie aussieht.

Lohnt die Stadt eine eigene Reise?

Für einen halben Tag. Burgplatz und Dom sind wirklich bedeutend; der Rest des Zentrums wurde nach dem Krieg gewöhnlich wieder aufgebaut.

Eine vergessene Meisterschaft, ein hartes Derby und der Nachmittag 1973, an dem der deutsche Fußball einen Hirsch aufs Trikot setzte und das Geschäft veränderte. Setz das Eintracht-Stadion auf deine Bucket List und kombiniere es mit Wolfsburg.