Werder Bremen: Stadionführer für das Weserstadion
Keine Parkplätze, ein Fußweg an der Weser und eine Ostkurve, deren Unterrang nur Mitgliedern offensteht. Was im freien Verkauf ist, sieht man besser vorher nach.
Anreise: zu Fuß an der Weser
Das Stadion liegt östlich der Innenstadt am Fluss — nah genug zum Laufen und weit genug, dass es sich von der Stadt abhebt.
- Zu Fuß: am Nordufer der Weser aus der Innenstadt heraus. Ein paar Kilometer am Wasser, die sich mit Leuten füllen, die alle in dieselbe Richtung gehen. So sollte der Tag anfangen.
- Mit Straßenbahn oder Bus: das Netz erreicht das Stadion direkt, und die Eintrittskarte berechtigt am Spieltag zur kostenlosen Fahrt bei BSAG und im VBN.
- Mit dem Auto: nicht. Am Stadion gibt es keine Parkplätze. Empfohlen wird Park+Ride am Hemelinger Hafen.
Tickets
Das deutsche Muster, das diese Serie durchgehend beschreibt: Niemand verlangt ein Dokument, aber man steht hinter Dauerkarteninhabern und Mitgliedern in der Schlange, und der freie Verkauf öffnet einige Wochen vor der Partie. Beim Verein kaufen.
Zweiundvierzigtausend Plätze und eine große, treue Mitgliedschaft heißt: Gewöhnliche Ligaspiele sind zu bekommen, wenn man den Termin im Blick hat. Bayern, Dortmund und das Nordderby gegen Hamburg nicht.
Gästebereich — und die Kurve nur für Mitglieder
Gästefans kommen durch Tor 11 (stehend) und Tor 11a (sitzend) in die Blöcke 114, 116, 118 und 120, bei Bedarf zusätzlich 115, 117, 119 und 35. Das Kontingent ist nach deutschen Maßstäben klein, Gästekarten sind entsprechend schnell weg.
Der Heimbereich ist die Ostkurve, und ihre Aufteilung ist der Punkt, an dem Besucher regelmäßig hängenbleiben: Der Unterrang steht und ist Vereinsmitgliedern vorbehalten — Blöcke 122 bis 142 — während der Oberrang darüber bestuhlt ist. Dazwischen läuft eine schmale VIP-Ebene rund ums Stadion.
Für Neutrale heißt das: In den lautesten Teil dieses Stadions kann man sich nicht einfach einkaufen. Wer stehen will, sieht nach, was tatsächlich im freien Verkauf ist, statt anzunehmen, die Kurve stünde offen.
Das Stadion
An dieser Stelle steht seit den 1900er Jahren ein Stadion, und der heutige Bau ist das Ergebnis mehrerer Umbauten und nicht einer einzigen neuen Arena. Vier überdachte Tribünen, gut 42.000 Plätze, nah am Feld, mit einer unverwechselbaren Außenhaut.
Das Weserstadion ist zugleich eines der wirklich nachhaltigen Stadien im europäischen Fußball: Dach und Fassade tragen eine große Photovoltaikanlage, und der Verein hat aus der Energiefrage mehr gemacht als die meisten.
Werder ist einer der historischen Namen des deutschen Fußballs — mehrere Meisterschaften, ein Europapokal, Jahrzehnte erste Liga — und das Publikum verhält sich wie ein Verein, der sich an alles davon erinnert.
Das Nordderby
Werder gegen den Hamburger SV ist das Spiel der norddeutschen Saison. Eine Stunde zwischen den Städten, zwei Hansestädte mit langem Gedächtnis, und beide Vereine haben Jahrzehnte in der ersten Liga verbracht und einander als das eigentliche Hindernis betrachtet.
Eine Zeit lang wurde es selten — nach dem Hamburger Abstieg 2018 spielten die beiden mehrere Jahre in verschiedenen Ligen — was die Sache eher zugespitzt hat. Wenn beide in der Bundesliga sind, ist das die Partie, auf die man zielt, und entsprechend das schwierigste Ticket des Jahres in beiden Stadien.
Wenn der Spielplan es hergibt, sollte sich eine Norddeutschlandreise darum herum bauen. Wenn nicht, sind Bremen und Hamburg an aufeinanderfolgenden Tagen immer noch eines der besten Wochenenden in Deutschland.
Essen und Trinken im Stadion
Bratwurst und Currywurst, Brezeln und Bier in voller Stärke — in dieser Stadt Beck's, das ein Stück weiter gebraut wird.
Bezahlt wird mit der Stadionkarte: beim Hineingehen aufladen, danach das Restguthaben auszahlen lassen. Auf Bechern liegt Pfand.
Bremen vor dem Spiel
Was man sich ansehen kann
- Der Marktplatz — Rathaus und Roland sind zusammen UNESCO-Welterbe. Der Roland steht seit 1404 als Unabhängigkeitserklärung der Stadt.
- Die Bremer Stadtmusikanten — Esel, Hund, Katze und Hahn in Bronze neben dem Rathaus. Die Vorderbeine des Esels anfassen; das machen alle.
- Der Schnoor — das älteste Viertel, ein Knäuel schmaler Gassen mit Häusern aus dem fünfzehnten Jahrhundert, das den Krieg überstanden hat.
- Die Böttcherstraße — in den Zwanzigern in expressionistischem Backstein umgebaut, völlig anders als alles ringsum, und eines der merkwürdigsten Stücke Architektur in Deutschland.
Was man essen und trinken kann
- Labskaus — mit Spiegelei, Rollmops und Gurke. Seemannsessen, und es sieht schlechter aus, als es schmeckt.
- Knipp — die Bremer Grützwurst aus Schweinefleisch und Hafer, in Scheiben gebraten, mit Kartoffeln und Gurke.
- Kohl und Pinkel — das Wintergericht der ganzen Region, traditionell nach einem langen Marsch in der Kälte.
- Beck's — seit 1873 hier gebraut und hier deutlich mehr getrunken als anderswo.
Häufige Fragen
Komme ich in die Ostkurve?
Der stehende Unterrang ist für Vereinsmitglieder. Prüfe, was wirklich im freien Verkauf ist, bevor du die Reise um einen Stehplatz in dieser Kurve herum baust.
Lohnt der Fußweg zum Stadion?
Ja — er ist der beste Teil des Spieltags und kostet nichts. Vierzig Minuten ab Innenstadt einplanen und mit der Menge gehen.
Womit lässt sich Bremen kombinieren?
Hamburg liegt rund eine Stunde mit dem Zug entfernt, was die beiden norddeutschen Großen zu einem naheliegenden Paar macht, wenn der Spielplan mitspielt.
Ein Weg am Fluss, eine Kurve für Mitglieder und eine Eintrittskarte, die die Straßenbahn nach Hause bezahlt. Setz das Weserstadion auf deine Bucket List und sieh nach, ob Hamburg am selben Wochenende zu Hause spielt.
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