SIGNAL IDUNA PARK: was vor dem ersten Besuch zu klären ist
Größtes Stadion Deutschlands, 25.000 Stehplätze auf einer Tribüne und eine Eintrittskarte, die in ganz NRW als Fahrschein gilt. Was vor der Anreise geregelt sein sollte.
Was für ein Stadion das ist
Vier getrennte, steile Tribünen, sehr nah am Rasen, keine Laufbahn: genau die Bauweise, die die meisten deutschen Stadien aus der WM-Zeit 1974 nicht bekommen haben, und der Grund, warum es hier lauter ist als in deutlich neueren und teureren Arenen. Eröffnet wurde es 1974 als Westfalenstadion — der Name, den die meisten bis heute benutzen — und seither in Stufen erweitert.
Zwei praktische Folgen des Namens. Erstens steht auf der Beschilderung des Vereins der Sponsorenname. Zweitens verwenden UEFA-Wettbewerbe keine Sponsorennamen, weshalb Ticket oder E-Mail für einen Europapokalabend das Stadion unter einer anderen Bezeichnung führen können. Es ist dasselbe Bauwerk.
Die Südtribüne — und ob du draufkommst
Der Verein beschreibt die Südtribüne als größte Stehplatztribüne Europas mit rund 25.000 Plätzen in den Blöcken 10 bis 15 und 80 bis 84. Auf einer einzigen Tribüne stehen dort mehr Menschen, als in die meisten Premier-League-Stadien insgesamt passen.
Zu den Erwartungen: Stehplätze auf der Süd sind die günstigsten und mit weitem Abstand die begehrtesten Karten im Stadion, und sie gehen ganz überwiegend an Mitglieder und Dauerkarteninhaber. Wer zum ersten Mal anreist, plant besser mit einem Sitzplatz an anderer Stelle und behandelt einen Platz auf der Süd als Glücksfall. Nebenbei: Die Gelbe Wand sieht man von der Gegenseite besser als von innen.
Für Europapokalspiele lohnt eine Prüfung: Stehplätze bedeuteten in UEFA-Wettbewerben lange eine reduzierte, reine Sitzplatzkonfiguration; der Verein hat mitgeteilt, dass die UEFA Stehplätze inzwischen zulässt und damit die volle Kapazität in der Champions League nutzbar ist. Die Konfiguration unterscheidet sich weiterhin je nach Wettbewerb — kläre also, was für genau das Spiel gilt, für das du kaufst.
Anreise
Das Stadion liegt bei den Westfalenhallen südwestlich der Innenstadt an der Strobelallee, und die Stadtbahn richtet sich am Spieltag nach dem Spiel, nicht umgekehrt.
| Linie | Haltestelle | Hinweise |
|---|---|---|
| U45 | Stadion | Die Hauptlinie. Ab Hauptbahnhof mindestens alle fünf Minuten, von etwa drei Stunden vor Anpfiff bis 90 Minuten nach Abpfiff, danach alle 15 bis 20 Minuten bis gegen 23:30 Uhr. |
| U46 | Westfalenhallen | Kurzer Fußweg zum Stadion. |
| U42 | Theodor-Fliedner-Heim | Die ruhigere Variante. |
| Zu Fuß | — | Rund 3 km ab Hauptbahnhof, 30 bis 40 Minuten. |
Der Fußweg ist die unterschätzte Möglichkeit. Fünfunddreißig Minuten hin kosten nichts, und zurück ist er häufig schneller, als sich mit zwanzigtausend anderen auf einen Bahnsteig zu schieben.
Die Eintrittskarte ist auch der Fahrschein
Für Gäste von außerhalb ist das der Punkt mit dem größten praktischen Wert. Eine BVB-Eintrittskarte gilt am Spieltag als Kombiticket für je eine Hin- und Rückfahrt im Nahverkehr in ganz Nordrhein-Westfalen, 2. Klasse — also für die Anreise aus Düsseldorf, Köln, Essen oder Bochum ebenso wie für die Stadtbahn ab Hauptbahnhof.
Die Ausnahme, über die viele stolpern: Bei digitalen Tickets beziehungsweise print@home ist die Fahrtberechtigung nicht auf dieselbe Weise enthalten, ein separates Ticket muss bestellt werden. Es ist kostenlos und wird online vom Verkehrsbetrieb bereitgestellt. Das vor der Abfahrt klären, nicht am Automaten am Samstagnachmittag — und die aktuellen Regeln für die eigene Ticketart prüfen, denn genau solche Vereinbarungen werden zwischen den Spielzeiten angepasst.
Bezahlen im Stadion
Im SIGNAL IDUNA PARK wird bargeldlos bezahlt. An Kiosken und mobilen Verkaufsständen funktionieren die üblichen Karten- und Handyzahlungen, und der Verein gibt zusätzlich eine eigene Guthabenkarte heraus, den Stadiondeckel: kostenlos, ohne Pfand, online oder über die Vereins-App aufladbar. Die Karte funktioniert an den Kiosken; an den mobilen Ständen wird ausschließlich mit Karte oder Handy bezahlt.
Kurzfassung für Besucher: kontaktlose Karte oder funktionierendes Handy mitnehmen und nicht mit einem Bündel Scheine anreisen.
Ohne Spiel vor Ort
Der Verein bietet öffentliche Stadionführungen an. Treffpunkt für öffentliche Führungen und Stadionspaziergänge ist die FanWelt auf der Nordseite. Private Führungen, die vor 10 Uhr oder nach 18 Uhr beginnen, starten am August-Lenz-Haus auf der anderen Seite. Parken ist an der Strobelallee und am Parkplatz Luftbad möglich. Termine und Verfügbarkeit ändern sich laufend — über den Verein buchen statt einfach hinzufahren.
Eine Führung ist ein guter Weg, die Tribüne leer zu sehen, was auf seine Weise beeindruckt. Ob das als Stadionbesuch zählt, darüber streiten Groundhopper; die meisten sagen nein — ein Stadion zählt, wenn man dort Fußball gesehen hat.
Was vor der Buchung zu klären ist
Alles oben Genannte ist bauliche, stabile Information: Tribünen, Linien, Bezahlsystem. Diese vier Punkte sind es nicht, und kein Ratgeber kann sie für dich aktuell halten.
- Die Anstoßzeit. Bundesligaspiele werden für das Fernsehen verlegt, teils spät. Wenn möglich flexibel buchen.
- Wie die Karten für das gewünschte Spiel tatsächlich verkauft werden und ob für Nichtmitglieder überhaupt etwas übrig bleibt.
- Gästekontingent und Lage des Gästeblocks, falls du mit dem Gastverein anreist. Beim Gastverein nachfragen, nicht im Forum.
- Die Stadionordnung — Taschengrößen, verbotene Gegenstände, Einlasszeiten. Das wird jede Saison angepasst, und es gilt ausschließlich die Fassung auf der Vereinsseite.
Sämtliche Angaben hier stammen von den Seiten des Vereins und vom Dortmunder Verkehrsbetrieb. Wenn sich dort etwas ändert, ist diese Seite falsch, bis wir sie aktualisieren — das Datum oben sagt, wann zuletzt geprüft wurde.
Dortmund steht auf fast jeder Groundhopper-Liste, lange bevor es auf der eigenen Karte auftaucht. Setz es auf eine Stadionliste, und aus einer vagen Absicht wird ein Stadion mit einem Datum daneben. Leg deine Stadionliste an.
Fragen, die wirklich gestellt werden
Bekomme ich als Auswärtiger einen Stehplatz?
Manchmal, aber plane mit Nein. Die Süd ist der günstigste und am stärksten nachgefragte Bereich; Mitglieder und Dauerkarteninhaber kommen überall zuerst.
Ist Stehen mit 25.000 Menschen sicher?
Deutsche Stehplatztribünen sind dafür gebaut, mit Wellenbrechern und Blockgrenzen, und die Stehplatzkapazität ist eine genehmigte Zahl, keine Schätzung. Es ist laut und es ist eng; wer das nicht möchte, nimmt einen Sitzplatz — das Stadion lohnt sich von jedem Platz aus.
Lohnt die Anreise aus Düsseldorf oder Köln zu einem Abendspiel?
Ja, und die Eintrittskarte deckt die Rückfahrt im Nahverkehr in NRW üblicherweise ab, 2. Klasse. Die letzte Verbindung vorher prüfen, nicht hinterher.
Wie heißt es nun wirklich?
SIGNAL IDUNA PARK auf der Beschilderung des Vereins, Westfalenstadion für die meisten Fans, und im UEFA-Schriftverkehr noch einmal anders. Alle drei meinen dasselbe Stadion.
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