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Fußball-Wochenende in Prag: drei Stadien, ein Nahverkehrsticket

Slavia, Sparta und Bohemians liegen in einer Stadt und laufen auf derselben 72-Stunden-Karte — keine fünfzehn Euro. Was das Wochenende kostet, wie die Stadien zusammenhängen und woran es scheitern kann.

7 Min. Lesezeit Fakten zuletzt geprüft am 15.09.2026
Kurz gefasst. Prag hat drei Erstligastadien innerhalb der Stadt, und ein einziges Nahverkehrsticket deckt alle drei ab: die 72-Stunden-Karte kostet 350 CZK — keine fünfzehn Euro — und gilt in Metro, Straßenbahn, Bus und in den Zügen innerhalb Prags, auch auf den acht Minuten hinaus zu Slavia. Die Eintrittskarten sind für jeden zu haben: keine Fankarte, keine Personenkennziffer, keine Schlange am Kassenhäuschen. Scheitern kann dieses Wochenende nur am Spielplan — dort fängt die Planung also an.
Ein Spiel im Stadion von Slavia Prag in der Dämmerung, aus einer Ecke gesehen: rote Sitze voller Zuschauer in vier eingeschossigen überdachten Tribünen, ein flutlichtbeschienener Rasen und SK SLAVIA PRAHA auf den Banden
Eden, das größte der drei. Acht Minuten mit dem Zug ab Hauptbahnhof — und die Fahrkarte dorthin ist dieselbe, die du das ganze Wochenende benutzt. Foto von Jan Polák, CC BY 4.0, über Wikimedia Commons.

Mit dem Spielplan anfangen, nicht mit der Anreise

Alles andere an diesem Wochenende ist einfach — genau deshalb wird der eine schwierige Teil übersehen. Drei Prager Vereine spielen in der ersten tschechischen Liga: Slavia in Eden, Sparta auf Letná, Bohemians 1905 im Ďolíček. Und in jeder Spielrunde sind einige davon auswärts.

Die Reihenfolge lautet also: erst der Spielplan, dann die Anreise, dann das Hotel. Such ein Wochenende, an dem mindestens zwei der drei zu Hause spielen, sieh die veröffentlichten Anstoßzeiten nach, statt sie vorauszusetzen — eine tschechische Runde verteilt sich über das Wochenende und wird nicht am Stück angepfiffen — und buche erst danach. Zwei Stadien sind das realistische Ziel. Drei sind ein gutes Wochenende und ein bisschen Glück.

Warum das so viel Aufmerksamkeit verdient: alles, was nach dem Spielplan kommt, hat überhaupt keine Reibung. Tschechische Vereine verkaufen an jeden, online oder an der Kasse, ohne Fankarte und ohne Ausweispflicht bei einem gewöhnlichen Ligaspiel. Ein Gegenstück zur polnischen PESEL-Hürde gibt es nicht. Sobald die Termine passen, funktioniert das Wochenende.

Eine Fahrkarte für das ganze Wochenende

Prags Nahverkehr ist ein einziges integriertes System — Metro, Straßenbahn, Bus, Standseilbahn und die Vorortzüge innerhalb der Stadt laufen auf derselben Fahrkarte. Für ein Fußballwochenende zählt das mehr, als es klingt: zwei der drei Stadien erreicht man am besten mit der Tram, das dritte ist eine Zugstation.

Preise, gültig seit dem 1. Januar 2026:

FahrkartePapierIn der App PID LítačkaLohnt sich, wenn
30 Minuten39 CZK36 CZKEine Fahrt. Gilt nicht für die Standseilbahn auf den Petřín
90 Minuten50 CZK46 CZKHin und zurück zum Stadion, wenn es zügig geht
24 Stunden150 CZK140 CZKEin Spieltag mit Stadtprogramm drumherum
72 Stunden350 CZK340 CZKFreitag bis Sonntag. Die Fußballwochenendkarte

Die 72-Stunden-Karte ist die richtige. Keine fünfzehn Euro für drei Tage unbegrenzte Fahrten, und sie nimmt einem jede kleine Überlegung ab, ob eine Fahrt eine Fahrkarte wert ist. Anders als die 30- und 90-Minuten-Karten gilt sie außerdem für die Standseilbahn auf den Petřín, falls der Nachmittag diese Richtung nimmt.

Zwei praktische Hinweise. Eine Papierfahrkarte muss beim Fahrtantritt entwertet werden — im Wagen oder vor den Rolltreppen der Metro — und eine nicht entwertete Karte gilt als keine Karte. Kontrolliert wird häufig, und die Kontrolleure tragen keine Uniform. Wer in der App kauft, hat das Problem nicht.

Die drei Stadien

VereinStadionViertelKapazitätHinkommen
Slavia PragFortuna ArenaVršovice19.370Zug ab Hauptbahnhof, rund 8 Minuten, bis Nádraží Eden; oder Tram bis Slavia auf der Vršovická
Sparta PragLetnáHolešovice18.944Tram bis Sparta, direkt am Stadion; oder zu Fuß von der Altstadt hoch durch den Letná-Park
Bohemians 1905ĎolíčekVršovicerund 6.000Tram bis Bohemians auf der Vršovická — dieselbe Straße wie Slavias Haltestelle

Unterschiedlicher können drei Stadien in einer Stadt kaum sein, und genau das ist das Argument, mehr als eines mitzunehmen. Eden ist eingeschossig, komplett überdacht und das beste moderne Stadion des Landes. Letná ist ein umgebauter Platz, auf dem Sparta seit den 1920er Jahren spielt, zwanzig Gehminuten von einem mittelalterlichen Platz entfernt. Das Ďolíček ist ein enger alter Sechstausender mit einem Känguru im Wappen und Bäumen dort, wo anderswo ein zweiter Rang wäre.

Das Ďolíček von der Spielfeldebene aus: auf einer Seite eine einzelne überdachte Haupttribüne in Grün und Weiß, gegenüber niedrige Banden und Bäume, dahinter Wohnblocks
Das Ďolíček, fünfzehn Gehminuten von Eden und ein Jahrhundert davon entfernt. Dieser Kontrast ist der Grund, beide mitzunehmen statt sich zu entscheiden. Foto von El Loko, CC BY 4.0, über Wikimedia Commons.

Zwei Stadien an einer Straße

Das Ďolíček liegt an der Vršovická. Weiter draußen an derselben Straße, im selben Viertel, liegt die Fortuna Arena. Fünfzehn Minuten zu Fuß dazwischen, oder ein paar Haltestellen mit der Tram, die an beiden vorbeifährt — und der Weg führt durch ein gewöhnliches, bewohntes Prag aus Eckkneipen und Zwischenkriegshäusern, in das keine Reisegruppe kommt.

Wenn der Spielplan Bohemians und Slavia auf dasselbe Wochenende legt, behandle sie nicht als zwei getrennte Unternehmungen. Quartier in Vršovice oder Vinohrady, zu Fuß zwischen den Stadien — und der Reiseteil des Wochenendes verschwindet fast völlig. Bohemians spielten zwischen 2010 und 2012 vorübergehend sogar in Eden, was zeigt, wie nah die beiden beieinander liegen.

Sparta ist das Stadion, für das eine Fahrt nötig ist: zwanzig Minuten mit der Tram quer durch die Stadt.

Anreise aus dem deutschsprachigen Raum

Prag ist einer der wenigen europäischen Fußballorte, für die sich der Zug wirklich lohnt. EuroCity-Züge fahren im Zweistundentakt zwischen Berlin, Dresden und Prag: ab Dresden sind es rund zweieinhalb Stunden, ab Berlin gut vier. Das Wochenende beginnt damit im Zug statt am Flughafenschalter, und man kommt mitten in der Stadt an — vom Hauptbahnhof sind es acht Minuten bis Eden.

Ein Unterschied zu Hause, der beim ersten Mal überrascht: Die Eintrittskarte gilt nicht im Nahverkehr, anders als bei einer Karte in Nordrhein-Westfalen. Dafür ist die 72-Stunden-Karte oben so billig, dass es keine Rolle spielt.

Ein Wochenende, das funktioniert

Ein Vorschlag für den Ablauf, kein Fahrplan — die tatsächlichen Anstoßzeiten bestimmen die Reihenfolge:

  • Freitag. Ankommen, die 72-Stunden-Karte am Flughafen oder in der ersten Metrostation kaufen, den Abend in Vinohrady oder Žižkov verbringen. Fällt zufällig ein Freitagsspiel passend, ist das der Bonusabend.
  • Samstag. Das größere Spiel. Ist es Sparta, geh zu Fuß über die Čechův most und hoch durch den Park, mit dem Metronom und dem Biergarten über dem Fluss vor dem Anpfiff. Ist es Slavia, dauert der Zug vom Hauptbahnhof acht Minuten — dann bleibt ein ganzer Vormittag für die Innenstadt.
  • Sonntag. Das zweite Stadion, dann die Heimreise. Das Ďolíček ist das richtige zum Abschluss: klein, nah, ohne Logistik, und mit einer Kneipenkultur drumherum, die den Anwohnern gehört und nicht den Besuchern.

Lass das Derby aus diesem Plan heraus, sofern du das Wochenende nicht bewusst darum herum baust. Sparta gegen Slavia ist die eine tschechische Partie, bei der das entspannte Ticketwesen aufhört zu gelten: Sie ist ausverkauft, die Kontingente sind kontrolliert, und man hebt sie sich nicht für die Woche davor auf.

Wenn der Spielplan nicht mitspielt

Zwei Möglichkeiten, beide besser als die Reise zu verschieben.

In Prag bleiben und eine Liga tiefer gehen. Die Stadt hat mehr Fußball als diese drei: Dukla auf der Juliska in Dejvice, mit in den Hang gebauten Tribünen und Blick über die Stadt, und Viktoria Žižkov an der Seifertova unterhalb des Fernsehturms. In welcher Liga die beiden gerade spielen, ändert sich von Saison zu Saison — sieh also den aktuellen Spielplan nach und nicht diese Seite. An einem Wochenende, an dem die erste Liga auswärts ist, spielt aber meistens einer von ihnen zu Hause.

Oder den Zug nehmen. Plzeň, Teplice, Liberec und Olomouc sind unkomplizierte Tagesausflüge ab Prag, und tschechische Fernzüge sind günstig und gut. Aus einem dünnen Spielplan wird so ein zweites Stadion in einer anderen Stadt — die Fahrkarte oben gilt allerdings nur in Prag, die Zugfahrt kommt dazu.

Was das Wochenende kostet

Als Größenordnung und nicht als Angebot, und die Zahlen altern, also vorher nachsehen:

  • Nahverkehr: 350 CZK für drei Tage, alles innerhalb der Stadt inklusive.
  • Eintrittskarten: Sparta gibt eine Ligakarte mit rund 170 CZK an, ungefähr sechseinhalb Euro, und viel mehr kostet im tschechischen Ligafußball nichts. Zwei Spiele zum Preis eines einzigen Sitzes fast überall in Westeuropa.
  • Bier: volle Stärke, auf dem Rang, und im Stadion billiger als ein Kaffee in den meisten europäischen Hauptstädten. Das tschechische Recht deckelt den Alkohol im Stadion nicht so, wie das polnische ihn bei 3,5 % deckelt.

Das ganze Fußballwochenende — zwei Stadien, die Fahrten dorthin und was man an beiden trinkt — kostet weniger als eine einzige Karte in der Premier League.

Häufige Fragen

Schaffe ich wirklich drei Stadien an einem Wochenende?

Nur wenn der Spielplan es hergibt, und das ist in einer beliebigen Runde wirklich nicht sicher. Plane mit zwei. Sieh vor jeder Buchung die Spielpläne aller drei Vereine nach.

Brauche ich etwas, um eine Eintrittskarte zu kaufen?

Keine Fankarte und keine Personenkennziffer für ein gewöhnliches Ligaspiel. Online oder am Stadion kaufen. Den Ausweis hast du dabei, weil du verreist bist, nicht weil das Drehkreuz ihn sehen will.

Ist die 72-Stunden-Karte wirklich besser als Einzelfahrscheine?

Ab etwa sieben Fahrten in drei Tagen ja — und an einem Fußballwochenende kommen die zusammen. Sie gilt außerdem in den Zügen innerhalb Prags, und das ist der schnellste Weg nach Eden.

Welche zwei, wenn es nur zwei werden?

Slavia und Bohemians, wenn der Spielplan es zulässt: dasselbe Viertel und so verschieden voneinander, wie Fußballstadien es überhaupt sein können. Sonst das Paar, das der Kalender anbietet — ein schlechtes gibt es hier nicht.

Drei Stadien, ein Viertel, das zwei davon abdeckt, und eine Fahrkarte, die weniger kostet als ein Mittagessen. Plane das Wochenende um den Spielplan herum und trag beide Stadien ein, bevor es nach Hause geht.